Gewöhnlicher Degu (Octodon degus)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Trugratten (Octodontidae)
Gattung Strauchratten (Octodon)
Art Gewöhnlicher Degu

degu-klein

 

 

 

 

 

Der Gewöhnliche Degu ist in Chile beheimatet. Er bewohnt karges Strauchland in Hochebenen der westlichen Anden bis in Höhen von etwa 1200 Metern.

Die kleinen Nager erreichen eine Körperlänge von ungefähr 15 cm, zuzüglich eines 10 bis 15 cm langen Schwanzes, an dessen Ende sich eine dunkle Quaste befindet. Das Gewicht ausgewachsener Tiere beträgt bis zu 300 Gramm. Die Männchen werden etwas größer als die Weibchen. Das Fell ist auf der Körperoberseite gelbbraun bis graubraun gefärbt, die Unterseite und die Füße sind deutlich heller. Degus haben relativ große Ohren und einen − im Vergleich zum gedrungenen Körper − großen Kopf. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, was die Tiere zu schnellen Läufern und guten Springern macht. Der Schwanz des Gewöhnlichen Degus ist sehr belastungsempfindlich. Wird er eingeklemmt oder anderweitig fest belastet, reißt die Schwanzhaut ziemlich leicht ab. Dieser Umstand ist wohl eine Schutzmaßnahme, um Raubtieren besser entkommen zu können, die den Degu am Schwanz gepackt haben. Den freigelegten Schwanzknochen beißen die Tiere meist nach einigen Tagen ab. Anders als bei manchen Reptilien wächst der Schwanz nicht nach.

Gewöhliche Degus schließen sich zu kleinen Familienverbänden zusammen. Diese Gruppen leben teilweise in selbstgegrabenen unterirdischen Bauen mit einem komplizierten Gang- und Tunnelsystem. Der Bau befindet sich in der Regel im Zentrum ihres etwa 200 m² großen Reviers. Die Reviergrenzen sowie die Tunneleingänge markieren die Degus mit Kot oder kleinen Steinhaufen. Die tagaktiven Nagetiere gehen stets außerhalb des Baues auf Nahrungssuche. Sie ernähren sich von diversen Sämereien, Knollen, Gräsern, Laub und Rinde. In Trockenzeiten fressen die Tiere auch Rinderkot. Für den Winter legen die Degus einen Nahrungsvorrat an. Neben der Futtersuche verbringen Gewöhnliche Degus viel Zeit mit der Fellpflege sowie Sonnen- oder Staubbädern. Entdeckt ein Tier der Gruppe einen potentiellen Feind, warnt es seine Artgenossen mit einem schrillen Alarmruf, worauf alle Tiere blitzschnell in Deckung gehen.

Während der Paarungszeit verhalten sich die Männchen deutlich aggressiver gegenüber anderen männlichen Artgenossen. Nach einer Tragzeit von ca. 90 Tagen bringt das Weibchen vier bis acht Jungtiere zur Welt, die bereits voll entwickelt sind. In den ersten beiden Lebenswochen werden die Jungen gesäugt. Danach beginnen sie, feste Nahrung aufzunehmen, die ihnen zunächst von den erwachsenen Tieren in den Bau gebracht wird.

Während Degus in Europa beliebte Heimtiere sind, werden sie in ihrer Heimat häufig als Plage angesehen. Die Nagetiere siedeln sich oft auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an und fressen dort das Saatgut und unterhöhlen die Felder und Viehweiden.


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