Europäischer Nerz (Mustela lutreola)


Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie Marder (Mustelidae)
Gattung Wiesel (Mustela)
Art Europäischer Nerz

europischer nerz-klein

 

 

 

 

 

Der Europäische Nerz war ursprünglich in fast ganz Europa beheimatet. Heute ist er jedoch in weiten Teilen ausgestorben. Lediglich einige wenige isolierte Bestände finden sich in Osteuropa, in Nordspanien und im Westen Frankreichs.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources − internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) stuft ihn als „stark gefährdet" ein. Der dramatische Rückgang der Population ist zum einen auf die Zerstörung des Lebensraumes durch Waldrodungen, Flussbegradigungen, Gewässerverschmutzung, Trockenlegung von Sumpfgebieten und den Bau von Kraftwerken sowie die jahrhundertelange, starke Bejagung zurückzuführen.

Hinzu kommt die Verdrängung durch den robusteren Amerikanischen Nerz (Neovison vison).

Seit den 1950er-Jahren wurde dieser massenhaft in Pelztierfarmen in Europa gehalten. Flüchtige und freigelassene Tiere stehen nun in Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz zu den einheimischen Nerzen und haben die europäische Art größtenteils verdrängt.

Europäische Nerze haben einen langgestreckten Körper mit relativ kurzen Gliedmaßen. Sie erreichen eine Länge von etwa 35 bis 40 cm, der Schwanz ist 15 bis 18 cm lang und das Gewicht beträgt 400 bis 1000 Gramm, wobei die Männchen deutlich schwerer als die Weibchen werden. Das dichte Fell – mit einer wasserabweisenden Unterwolle – ist dunkelbraun bis schwarz und wird im Winter etwas länger. Der Bereich des Kinns ist weiß bis cremefarben gefärbt.

In seinem Lebensraum ist der Europäische Nerz an das Wasser gebunden. Er besiedelt dicht bewachsene Ufer von Fließ- und Stillgewässern sowie Sümpfe und Bruchwälder und hält sich selten mehr als 150 Meter vom Wasser entfernt auf. Zwischen den Zehen hat er kleine Schwimmhäute, was ihn zu einem ausgezeichneten Schwimmer macht.

Auf Nahrungssuche gehen die Tiere vorwiegend in der Dämmerung. Das Beutespektrum des Europäischen Nerzes ist vielfältig. Es umfasst kleine Säugetiere (z. B. Mäuse), Amphibien, Fische, Vögel, Krebse und zuweilen auch größere Insekten, wobei die Beutetiere saisonal stark variieren. Im Winter erbeutet er oft in der Winterstarre befindliche Frösche vom Gewässergrund. Dazu halten sich die Tiere Eislöcher offen wenn sich eine geschlossene Eisdecke auf dem Gewässer bildet.

Europäische Nerze werden im Alter von 10 bis 11 Monaten geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt in der Regel in den Monaten Februar und März. Die Tiere leben einzelgängerisch und streng territorial, so dass sich die Geschlechter nur kurz während der Paarungszeit treffen. Nach einer Tragzeit von 35 bis 70 Tagen kommen meist vier oder fünf Jungtiere zur Welt.

In Deutschland gilt der Europäische Nerz seit über 80 Jahren als ausgestorben. Das letzte Tier wurde 1925 in Niedersachsen gesehen. Der Verein zur Erhaltung des Europäischen Nerzes, EuroNerz e. V., bemüht sich um die Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes in Deutschland. Der Verein möchte langfristig im Bundesgebiet einen Bestand von ca. 150 bis 200 Tieren aufbauen. Auch der Tiergarten Delitzsch beteiligt sich als einer von derzeit 15 Tierparks an dem Wiederansiedlungsprojekt. Die in Delitzsch geborenen Jungtiere werden durch den Verein im Saarland und am Steinhuder Meer ausgewildert.


Für 75,- Euro im Jahr können Sie eine Tierpatenschaft für einen Europäischen Nerz übernehmen!


 

 

 

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