Schwarzschwanz-Präriehund (Cynomys ludovicianus)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Hörnchen (Sciuridae)
Gattung Präriehunde (Cynomys)
Art Schwarzschwanz-Präriehund

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Die Heimat des Schwarzschwanz-Präriehundes sind die ausgedehnten Graslandschaften Nordamerikas vom Norden Mexikos bis Südwestkanada. Ende des 19. Jahrhunderts besiedelten mehrere hundert Millionen Präriehunde allein den Bundesstaat Texas in riesigen zusammenhängenden Kolonien. Da man die possierlichen Nager als Gefahr für die Landwirtschaft ansah, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine großangelegte Ausrottungsaktion durch die US-Regierung durchgeführt. Durch das Auslegen von Gift wurden innerhalb weniger Jahre über 99% der Präriehunde getötet. Nach diesem dramatischen Einbruch der Population konnten sich die Bestände nach dem Ende der Vergiftungsaktionen und durch Schutzmaßnahmen wieder leicht erholen. Heute wird der Schwarzschwanz-Präriehund auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als gering gefährdet geführt.

Schwarzschwanz-Präriehunde werden ungefähr 25 bis 35 cm lang und erreichen ein Gewicht von 700 bis 1500 Gramm. Das Fell ist auf der Oberseite rotbraun und am Bauch weiß oder beige gefärbt. Im Sommer sind die Haarspitzen schwarz oder dunkelbraun gefärbt, was das Sommerfell deutlich dunkler erscheinen lässt. Der kurze Schwanz ist − wie der Name vermuten lässt − in seinem letzten Drittel schwarz gefärbt. Präriehunde haben einen gedrungenen Körper, kurze Beine mit kräftigen Krallen an den Füßen und kleine Ohren. Die Schnauze des relativ großen Kopfes ist spitz zulaufend und mit Tasthaaren versehen. Den Namen Präriehund verdanken die Tiere ihrem Warnruf, der an ein hundeartiges Bellen erinnert.

prriehund2Die tagaktiven Nagetiere leben in großen Kolonien, die mehrere hundert oder tausend Tiere umfassen können. Diese Kolonien werden auch als „Präriehundstädte“ bezeichnet. In der größten Präriehundstadt sollen aktuell mehr als eine Million Tiere leben. Die Kolonien bestehen aus zahlreichen Familienverbänden, die in der Regel von einem Männchen geführt werden und daneben mehrere Weibchen und deren Nachwuchs beinhalten. Die Weibchen verbleiben ihr gesamtes Leben lang in ihrer Geburtsgruppe, so dass alle Weibchen eines Verbands miteinander verwandt sind. Die erwachsenen Männchen wechseln jedes Jahr den Verband um Inzucht zu vermeiden. Bleibt ein Männchen mehrere Jahre in einem Verband wird von den Weibchen die Paarung verweigert.

Schwarzschwanz-Präriehunde leben in unterirdischen, weit verzweigten Bauen. Diese bestehen aus mehreren Wohnräumen und sind durch lange Gänge verbunden. Die Baue haben mehrere Eingänge, die zum Schutz gegen Überflutung mit einem aus Erde aufgetürmten, 30 bis 60 cm hohen trichterförmigen Regenschutzwall versehen sind. Bei der Errichtung dieses Walls schieben die Präriehunde die Erde mit ihrer Schnauze zusammen und klopfen sie mit dem Kopf fest.

Schwarzschwanz-Präriehunde ernähren sich von verschiedenen Pflanzen und Wurzeln. Hin und wieder werden auch Insekten oder Würmer erbeutet. Innerhalb der Kolonie halten ständig einige Tiere Wache, indem die Tiere aufrecht und auf einer höhergelegenen Stelle die Umgebung im Auge behalten. Nähert sich ein Feind, warnt der Wachposten seine Artgenossen mit einem schrillen Pfiff, worauf sich alle Tiere in die unterirdischen Baue zurückziehen. Die Sprache der Tiere ist dabei außerordentlich vielfältig. Analysen der Laute der Präriehunde haben gezeigt, dass die Tiere nicht einfach vor einem Feind warnen, sondern genau nach Art, Größe, Richtung usw. differenzieren. Schleicht sich also ein Kojote aus westlicher Richtung an die Kolonie heran, ertönt ein anderer Laut als bei einer Klapperschlange die sich von Norden her nähert.

Die Paarung findet in den ersten Monaten des Jahres statt. Nach etwa 30 bis 35 Tagen bringt das Weibchen 4 bis 6 blindeprriehund3 und taube Junge zur Welt. Die Jungtiere werden ungefähr 40 bis 50 Tage gesäugt und verlassen anschließend erstmals den Bau. Während der Trag- und Stillzeit verhalten sich die Weibchen äußerst aggressiv gegen andere Mütter und deren Nachwuchs. Durch dieses unter Säugetieren einmalige Phänomen kommen etwa 40% aller Jungtiere ums Lebens. Die Männchen hingegen verhalten sich gegenüber allen Jungtieren der Kolonie friedlich.

Präriehunde sind ein äußerst wichtiger Bestandteil des Ökosystems in ihrem Lebensraum. Mit ihren unterirdischen Bauen lockern sie den Boden auf, der von Bisons und Rindern festgetrampelt wurde. Außerdem fungieren ihre Baue als Wasserspeicher für die Pflanzenwelt während längerer Trockenperioden. Auch in der Nahrungskette bilden die Tiere ein wichtiges Glied, da viele ihrer Fressfeinde auf Präriehunde als Nahrungsquelle angewiesen sind. Die immense Dezimierung des Präriehundbestandes durch die Vergiftungen Anfang des 20. Jahrhunderts führte beispielsweise zum späteren Aussterben des Schwarzfußiltis, der sich fast ausschließlich von Präriehunden ernährte.

 

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