Braunbär (Ursus arctos)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie Bären (Ursidae)
Gattung Ursus
Art Braunbär

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Braunbären waren ursprünglich in weiten Teilen Nordamerikas und Eurasiens verbreitet. Sogar im afrikanischen Atlasgebirge waren sie zu finden. Allerdings ist dieses Verbreitungsgebiet durch Lebensraumzerstörung und Bejagung deutlich geschrumpft. In vielen Gebieten ist der Braunbär ausgestorben. Heute leben die größten Populationen im Norden Asiens und in Alaska bzw. Westkanada. In Nord- und Mitteleuropa sowie in Südwestasien gibt es noch einige kleinere Bestände. In Deutschland gilt der Braunbär seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben. Für großes Aufsehen sorgte 2006 ein Braunbär, der einige Wochen in der deutsch-österreichischen Grenzregion umherstreifte. Der von der Presse „Bruno“ getaufte Bär wurde am 26. Juni 2006 abgeschossen, nachdem er einige Haustiere gerissen hatte, und Versuche ihn lebend zu fangen, gescheitert waren.

Je nach Verbreitungsgebiet gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich der Größe und Fellfärbung der Tiere, weshalb mehrere Unterarten des Braunbären unterschieden werden. Über die genaue Anzahl besteht in der Wissenschaft Uneinigkeit. Die bekanntesten Unterarten sind Grizzlybär, Europäischer Braunbär und Kodiakbär. Letzterer gilt als das größte an Land lebende Raubtier der Erde. Alle Braunbärarten haben einen stämmigen Körperbau und lange, kräftige Gliedmaßen mit langen, nicht einziehbaren Krallen an den Pfoten. Das kräftige Gebiss ist mit 42 Zähnen besetzt. Die Tiere haben kleine Augen, abgerundete Ohren, einen kurzen, stummelartigen Schwanz und eine Muskelwulst im Nacken. Größe und Gewicht variieren − abhängig von Unterart, Nahrungsangebot und Geschlecht − sehr stark. Braunbären werden zwischen 150 und 280 cm lang und erreichen eine Schulterhöhe von 90 bis 150 cm. Ein ausgewachsener männlicher Kodiakbär kann aufgerichtet durchaus drei Meter groß sein. Das Gewicht schwankt zwischen 70 kg und 800 kg. Das dichte Fell ist in der Regel dunkelbraun gefärbt. Es gibt aber viele verschieden Schattierungen, von gelb- über grau- bis schwarzbraun.

Braunbären leben meist in bewaldeten Gebirgsregionen. Sie durchstreifen als Einzelgänger große Reviere und unternehmen auch lange Wanderungen, um Gebiete mit besserem Nahrungsangebot zu finden. Meist sind sie in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie sind gute Schwimmer und können bei Bedarf sehr schnell (bis zu 50 km/h) laufen. Braunbären ernähren sich zum großen Teil von pflanzlicher Kost wie Beeren, Wurzeln, Gräsern, Schößlingen, Pilzen und Nüssen. Als Allesfresser nehmen sie aber auch fleischliche Nahrung zu sich. Aufgrund ihrer Größe und Stärke können sie auch größere Säugetiere wie Elche, Rentiere und Hirsche überwätigen. Dies geschieht jedoch relativ selten. Meist erbeuten die Bären Nagetiere, Vögel, Insekten und Fische. In Küstenregionen stellen Lachse während ihrer Laichwanderungen im Sommer die bevorzugte Nahrung dar.

dsc 9001b-skIm Herbst fressen sich Braunbären genügend Fettreserven für ihre Winterruhe an. Während der Wintermonate ziehen sich die Tiere in Baue zurück, die sie in der Regel selbst graben. Mitunter werden auch natürliche Höhlen oder Felsspalten genutzt. Die Bären kleiden den Bau mit trockenem Pflanzenmaterial aus und beziehen ihn oft mehrere Jahre hintereinander. Während der Winterruhe gehen Herzschlag und Atemfrequenz deutlich zurück, die Körpertemperatur sinkt aber nur leicht um etwa 4 bis 5 °C.

In der Zeit der Winterruhe bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt. Meist werden 2 bis 3 Jungtiere geboren. Diese wachsen aufgrund der protein- und fettreichen Muttermilch sehr  schnell. Da die Mutter in der Winterruhe jedoch weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nimmt, ist das Säugen der Jungen für sie mit einem Gewichtsverlust von bis zu 40% ihres Ausgangsgewichts verbunden. Die Jungtiere bleiben meist 3 oder 4 Jahre bei der Mutter. In dieser Zeit sind die Weibchen äußerst aggressiv. Angriffe von Braunbären auf Menschen sind in den meisten Fällen Müttern mit ihren Jungtieren zuzuschreiben. Ansonsten sind Braunbären gegenüber dem Menschen aber eher scheu und meiden jeden Kontakt.

Der Mensch hingegen hält und jagt seit mehr als 2000 Jahren Braunbären zu seiner Unterhaltung. So wurden bereits im Römischen Reich tausende Bären gefangen und in Zirkusspielen getötet. Bis in die frühe Neuzeit hinein war die sogenannte Bärenhatz eine beliebte Beschäftigung. Auch Bärenkämpfe mit Hunden waren früher weit verbreitet. Besonders grausam ist die auch heute noch in Teilen Osteuropas praktizierte Dressur von Braunbären als „Tanzbär“. Dabei werden die Bären mit erhitzten Eisenplatten dazu gezwungen, zu Musik tanzähnliche Bewegungen auszuführen. Wegen dieser Dressur mittels Schmerzreizen, dem häufig verwendeten Nasenring und der nicht artgerechten Haltung der Bären ist das Dressieren der Tiere zu „Tanzbären“ in vielen Ländern mittlerweile verboten.

 

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