Trampeltier (Camelus ferus bactrianus)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Paarhufer (Artiodactyla)
Familie Kamele (Camelidae)
Gattung Altweltkamele (Camelus)
Art Trampeltier

trampeltier-klein

 

 

 

 

 

Das Trampeltier oder Zweihöckrige Kamel ist als domestiziertes Last- und Nutztier in weiten Teilen Asiens von Nordchina bis in die Türkei verbreitet. Die Wildform (Camelus ferus) dieses Kamels ist jedoch vom Aussterben bedroht. Die freilebenden Bestände belaufen sich auf etwa 1000 Tiere, die im Grenzgebiet zwischen Westchina und der Mongolei leben.

Trampeltiere sind bestens an das Leben in kargen Halbwüsten und Trockensteppen angepasst. Ihre breiten Füße gewährleisten sicheren Tritt auf sandigem Untergrund. Das Gewicht wird dabei nicht auf Hufen, wie bei anderen Huftieren, sondern auf Schwielensohlen verteilt. Zum Schutz vor Sandstürmen haben die Tiere lange Wimpern und  schlitzförmige, verschließbare Nüstern. Wie alle Kamele haben die Trampeltiere ein dickes Fell, um den extremen Temperaturunterschieden (-30°C bis +40°C) in ihrem Verbreitungsgebiet begegnen zu können. Das Fell isoliert tagsüber gegen Hitze und wärmt in den kalten Nächten. Ein weiteres Mittel mit diesen Temperaturschwankungen zu leben, ist die variable Körpertemperatur. Diese kann um 6 bis 8 °C schwanken und so die Gefahr einer Überhitzung vermindern. Eine weitere bemerkenswerte Anpassung an ihren Lebensraum ist die Ausbildung von ovalen roten Blutkörperchen. Diese Form ermöglicht den Kamelen, große Mengen Wasser auf einmal aufzunehmen, ohne Gefahr zu laufen, den Körper zu überwässern, da die Blutkörperchen leichter im Körper transportiert werden können. Dadurch können Trampeltiere nach einer Zeit ohne Wasser 110 Liter in 10 Minuten trinken.

Im Gegensatz zum Dromedar hat das Trampeltier zwei Höcker, die als Fettspeicher für magere Zeiten dienen. Die Tiere erreichen eine Länge von bis zu drei Metern, eine Schulterhöhe von 180 bis 230 cm und ein Gewicht von 450 bis 700 kg. Das dunkelbraune Fell ist im Winter besonders lang und dick. Es wird sehr schnell abgestoßen, nachdem die Temperatur ansteigt, sodass die Tiere oft etwas zerzaust aussehen.

Die Wildform des Trampeltiers hat ein helleres Fell und kompaktere, spitzere Höcker. Außerdem sind die Tiere etwas größer und schlanker als die domestizierte Art.

Trampeltiere leben in Gruppen aus einem dominanten Männchen und einem Harem von etwa 15 Weibchen. Die überzähligen Männchen finden sich oft in Junggesellengruppen zusammen.

Die tagaktiven Zweihöckrigen Kamele ernähren sich von Gras und Blättern. Sie bewegen sich im Passgang fort. Diese schaukelnde Gangart, bei der Vorder- und Hinterbein einer Seite gemeinsam vorwärts gesetzt werden, hat ihnen die Bezeichnung „Wüstenschiff“ eingebracht.

Zur Brunft begegnen sich die Männchen mit knirschenden Zähnen, zurückgeworfenem Kopf und aufgeblähten Wangen. Nach einer Tragzeit von 12 bis 14 Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Vereinzelt kommt es auch zu Zwillingsgeburten. Die Jungtiere sind Nestflüchter und können bereits nach wenigen Stunden laufen. Sie werden etwa 15 Monate gesäugt und erreichen mit drei bis fünf Jahren die Geschlechtsreife.

Für die Menschen in Zentralasien und im arabischen Raum ist das Trampeltier ein unverzichtbares Nutztier. Seit über 6000 Jahren dient es als genügsames Reit- und Lasttier, das mit 150 kg Gepäck beladen eine Strecke von mehr als 40 km pro Tag zurücklegen kann. Auf kürzeren Strecken können die Tiere sogar die dreifache Last transportieren. Lange Zeit war es nur mit Kamelen als Transportmittel möglich, die Wüste zu bereisen. Auch als Fleisch-, Milch- und Wollelieferant ist das Trampeltier unentbehrlich. Sogar der Dung der Tiere wird verwertet und in holzarmen Regionen als Brennmaterial genutzt.


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