Wellensittich (Melopsittacus undulatus)

Klasse Vögel (Aves)
Ordnung Papageien (Psittaciformes)
Familie Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Gattung Wellensittiche (Melopsittacus)
Art Wellensittich

 

 

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Der Wellensittich ist wohl jedermann als Heimtier bekannt. Er ist die weltweit am häufigsten gehaltene Papageienart. Die Wildform besiedelt nahezu den kompletten australischen Kontinent. Die kleinen Papageien bevorzugen als Lebensraum trockene Busch- und Steppengebiete. Sie sind in der Regel standorttreue Vögel, die nur bei ungüstigen klimatischen Bedingungen wie starker, anhaltender Trockenheit weiterziehen.

Durch gezielte Zucht sind mittlerweile zahlreiche Mutationsformen entstanden, die in Farbe, Größe und Gefieder deutlich vom Erscheinungsbild des Wildvogels abweichen. Die Wildform des Wellensittichs erreicht eine Körperlänge von etwa 18 cm und ein Gewicht von 22 bis 40 Gramm, wobei die Weibchen etwas schwerer werden. Die Grundfärbung des Gefieders ist leuchtend grün. Stirn und Gesicht sind gelb gefärbt. An den Wangen befindet sich auf jeder Seite ein blauer Fleck, und über der Kehle haben die Vögel vier bis sechs schwarze rundliche Flecken. Nacken und Rückenbereich einschließlich der Flügeldecken sind von dunklen quergebänderten Linien überlagert. Diesem wellenförmigen Muster verdanken die Tiere ihren Namen. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich gefärbt, eine Unterscheidung kann aber anhand der Färbung der Wachshaut über dem Schnabel erfolgen. Diese ist bei den Männchen blau und bei den Weibchen bräunlich.

Wildlebende Wellensittiche leben paarweise in großen Schwärmen. Durch das laute Fluggeräusch und die trillernden Kontaktrufe der Vögel sind die Schwärme nicht zu überhören. Tagsüber, besonders in der heißen Mittagszeit, ruhen die Wellensittiche auf Bäumen. In den Morgen- und Abendstunden begeben sie sich auf Nahrungssuche. Sie sind ausgesprochene Nahrungsspezialisten, die sich fast ausschließlich von den Samen von Bodendeckerpflanzen ernähren.

Die Paarbindung der Wellensittiche ist wie bei den meisten Papageien sehr eng. Die Partner zeigen ein intensives Sozialverhalten, zu dem regelmäßiges gegenseitiges Putzen und Füttern gehört. Die Brutzeit ist abhängig von den Klima- und Nahrungsbedingungen. Wellensittiche brüten immer dann, wenn sie diesbezüglich günstige Bedingungen vorfinden. Das Weibchen legt in einer Baumhöhle 4 bis 8 Eier und bebrütet sie etwa 18 Tage. Während dieser Zeit wird es vom Männchen gefüttert. Die sehr hilflosen Küken sind zunächst unbefiedert und nur etwa zwei Gramm schwer. Ungefähr einen Monat nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel flügge und erreichen im Alter von drei bis vier Monaten die Geschlechtsreife.

Nach Europa wurden Wellensittiche erstmals 1840 gebracht. Die Vögel erfreuten sich schnell großer Beliebtheit, weshalb man in den darauffolgenden Jahrzehnten massenhaft Wildfänge nach Europa importierte. Heute werden Wellensittiche millionenfach als Heimtiere in unterschiedlichen Zuchtformen gehalten. Bei der Haltung der Vögel sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Tiere mindestens zu zweit zu halten. Als Einzelvogel vereinsamen die Tiere und zeigen oft deutliche Verhaltensstörungen.


Im Tiergarten Delitzsch leben unsere Wellensittiche gemeinsam mit den Zebrafinken in einer 2010 neu gebauten, begehbaren Voliere.

Für 15,- € im Jahr können Sie eine Tierpatenschaft für einen Wellensittich übernehmen!


 

 

 

 

Artikel aus der Rubrik "Aktuelles"

23.08.2010 - Begehbare Voliere eröffnet

 

 

 

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