Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus)

Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung Rennratten (Meriones)
Art Mongolische Rennmaus

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Mongolische Rennmäuse sind in trockenen Steppen, Halbwüsten und Wüsten in der Mongolei, Nordchina und Südrussland beheimatet. Weltweit werden die kleinen Nagetiere auch häufig als Heimtiere und zu Forschungszwecken gehalten.

Die Körperlänge der Mongolischen Rennmaus beträgt 10 bis 14 cm, der Schwanz wird etwa genauso lang und endet in einer schwarzen Quaste. Ausgewachsene Tiere erreichen ein Gewicht von 60 bis 100 Gramm. Das Fell ist graubraun gefärbt. Die Hinterbeine sind dreimal so lang wie die Vorderbeine und ermöglichen damit weite Sprünge. An den Vorderpfoten befinden sich deutlich verlängerte Krallen, die beim Graben eingesetzt werden.

Rennmäuse leben in geselligen Familiengruppen aus einem Paar und dessen Nachwuchs. Die Tiere graben zum Schutz vor Feinden und den extremen Temperaturschwankungen in ihrem Lebensraum unterirdische Bauten. Diese sind mehrere Meter tief, bis zu 14 Meter lang und haben bis zu zehn Eingänge. Die Baue werden gegenüber Eindringlingen gemeinsam verteidigt. Auch alle anderen Aktivitäten werden in der Regel gemeinschaftlich erledigt. Häufig sieht man die Mitglieder einer Gruppe beim Sandbaden, Ruhen, Kuscheln oder der gegenseitigen Fellpflege. Eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt der Gruppe spielt der sehr ausgeprägte Geruchssinn der Rennmäuse. Die Tiere einer Gruppe markieren sich und auch ihr Territorium mit einer am Bauch befindlichen Duftdrüse. Durch diesen einheitlichen Gruppengeruch erkennen sich die Tiere wieder. Da die kleinen Nagetiere viele Fressfeinde haben, sind auch Gehör- und Gesichtssinn gut entwickelt. Das Blickfeld der Augen beträgt fast 360 Grad. Zur Beobachtung der Umgebung richten sich die Tiere gern auf die Hinterbeine gestützt auf. Entdeckt ein Mitglied der Gruppe einen Feind, „trommelt“ es mit den Hinterbeinen rhythmisch auf den Boden, um die anderen Tiere zu warnen.

Die Nahrung der Mongolischen Rennmaus besteht aus den Samen und Grünteilen diverser Pflanzen. Die Samen werden vor allem als Wintervorrat in den Vorratskammern der unterirdischen Baue zusammengetragen. Ihren Wasserbedarf stillen die Tiere zum Großteil über die Nahrung.

Rennmäuse erreichen die Geschlechtsreife bereits im Alter von zwei bis drei Monaten. Nach einer Tragzeit von 24 bis 27 Tagen bringt das Weibchen meist fünf oder sechs Junge zur Welt. Die zunächst nackten und blinden Jungtiere werden etwa vier Wochen gesäugt. Auch das Männchen beteiligt sich an der Aufzucht des Nachwuchses, indem es die Jungen wärmt. Nicht selten kommt es zu zwei oder drei Würfen im Jahr.

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gilt die Mongolische Rennmaus als Schädling, da sie den Getreideanbau stört und ein Wirt für verschiedene Krankheitserreger ist.


Die Mongolischen Rennmäuse im Tiergarten Delitzsch sind in der Zooschule untergebracht.

 

Für 15,- Euro im Jahr können Sie eine Tierpatenschaft über eine Mongolische Rennmaus übernehmen!


 

 

 

 

 

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