Zwergflamingo (Phoeniconaias minor)

Klasse Vögel (Aves)
Ordnung Flamingos (Phoenicopteriformes)
Familie Flamingos (Phoenicopteridae)
Gattung Phoeniconaias
Art Zwergflamingo

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Das Hauptverbreitungsgebiet der Zwergflamingos liegt in Süd- und Ostafrika. Kleinere Populationen sind auch in Pakistan und dem Nordwesten Indiens heimisch. Die Vögel besiedeln großflächige Salz- und Natronseen im Landesinneren oder an der Meeresküste. Die hohe Konzentration gelöster Chemikalien und die oft sehr hohe Wassertemperatur (bis zu 70 Grad Celsius) dieser Gewässer, macht ihren Lebensraum für die meisten anderen Lebewesen unbewohnbar. Als Anpassung an diese extremen Bedingungen haben die Flamingos lange, nackte Beine, die es ihnen ermöglichen, ihren Körper über dem ätzenden Wasser zu halten.

Zwergflamingos sind die kleinsten Vertreter aller Flamingoarten. Sie erreichen eine Körperhöhe von 80 bis 90 cm und ein Gewicht von 1,5 bis 2 kg. Die Männchen sind meist etwas größer, ansonsten sind die Geschlechter äußerlich nicht zu unterscheiden. Die Intensität des für Flamingos charakteristischen rosafarbenen Gefieders ist von der Nahrung der Vögel abhängig. Je mehr carotinhaltige Nahrung aufgenommen wird, desto stärker ist das Gefieder rosa gefärbt, da sich die Farbstoffe in den Federn ablagern. Die drei vorderen der insgesamt vier Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden. Diese ermöglichen das Laufen auch auf schlammigem Boden. Eine Besonderheit ist der nach unten gebogene Schnabel der Flamingos. Der Oberschnabel passt exakt auf den starren Unterschnabel. Der Rand und das Schnabelinnere sind von Lamellen besetzt, auf denen sich wiederum unzählige kleine Borsten befinden. Je nach Strömungsrichtung des Wassers liegen dieses Borsten an oder sind aufgerichtet. Mit Hilfe dieser Vorrichtung pressen die Flamingos das Wasser durch ihren Schnabel und filtern ihre Hauptnahrung, mikroskopisch kleine Blaugrüne Algen, heraus. Zum Trinken bevorzugen die Vögel salzfreies bzw. nur schwach salzhaltiges Wasser.

Zwergflamingos leben in riesigen Kolonien von bis zu einer Million Individuen zusammen. Diese Schwärme stellen eine der größten Vogelansammlungen der Welt dar. Obwohl Zwergflamingos keine Zugvögel sind, wechseln sie häufig ihren Aufenthaltsort. Dazu zwingt sie das unvorhersehbare, massenhafte Auftreten der als Hauptnahrungsquelle genutzten Mikroorganismen und das ebenso plötzlich Zusammenbrechen dieser Bestände.

Zwergflamingos werden mit fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Die Vögel bilden Paare, die über viele Jahre hinweg zusammenbleiben. Die Brut erfolgt in der Kolonie in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Die Balztänze werden schwarmweise zwergflamingo3-kleinausgeführt. Oft balzen tausende Zwergflamingos gleichzeitig in synchronen Bewegungen. Mit diesem Gruppenverhalten scheinen sich die Tiere gegenseitig zur Eiablage zu animieren. Aus diesem Grund ist die Zucht in zoologischen Gärten sehr schwierig, da meist nicht genügend Vögel vorhanden sind, um sich in Brutstimmung zu bringen. Als Nester bauen Flamingos flache Kegel aus Schlamm, um das Gelege vor einer Überflutung zu schützen. In die flache Mulde an der Oberseite des Kegels wird ein einziges Ei gelegt. Es wird abwechselnd von beiden Eltern bebrütet. Das nach etwa 30 Tagen geschlüpfte Küken hat zunächst ein weissgraues Dunenkleid. Nach ungefähr einer Woche verlässt das Junge das Nest und schließt sich bald darauf mit anderen Küken zu einer Jungtier-Kolonie zusammen. Diese sogenannten „Krippen“ können aus bis zu 300.000 Flamingoküken bestehen und werden von einzelnen erwachsenen Tieren bewacht. Die Jungvögel nehmen im Alter von vier bis sechs Wochen erstmals selbständig Nahrung auf, werden aber zusätzlich noch einige Wochen von den Eltern gefüttert, die ihr Küken an seiner Stimme wiedererkennen. Mit ca. elf Wochen werden die jungen Zwergflamingos flugfähig.

 

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